Tunesien – Facts & Figures

Tunesien ist ein sehr interessantes Land und offenbart einem seine Schätze, wenn man es zulässt. Wer in diesem nordafrikanischen Land Urlaub machen möchte, der sollte sich vorher ein wenig mit den Gepflogenheiten vor Ort auseinandersetzen. Diese Website soll allen Interessierten dazu als Anlaufstelle dienen.

Kurzporträt von Tunesien

Die Hauptstadt des arabischen Landes Tunesien ist Tunis. Die Präsidialrepublik misst auf einer Fläche von knapp 163.000 Quadratkilometern etwa zwölf Millionen Einwohner (Stand 2022) – das entspricht 78 Einwohnern pro Quadratkilometer. Tunesien ist damit immerhin etwa so dicht besiedelt wie Irland. Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner liegt bei knapp 3.800 US-Dollar.

In Tunesien bezahlt man seit der Abschaffung des Französischen Francs im Jahr 1958 mit dem Tunesischen Dinar (kurz: TND), wobei ein TND 1.000 Millimes entspricht. Was die Umrechnung anbelangt, so gibt es für einen Euro ungefähr drei TND (Stand 2023).

Zwar ist die tunesische Amtssprache Arabisch, doch gerade in den Tourismusgebieten wird immer auch Englisch, in vielen Fällen auch Französisch und Deutsch gesprochen. Für viele Hotels ist es selbstverständlich, ihren Urlaubern eine deutschsprachige Reiseleitung zur Verfügung zu stellen.

Wenn man nach Tunesien fliegt, muss man sich auf eine andere Zeitzone einstellen. Indem man eine Stunde addiert, erhält man in Tunesien die aktuelle in Deutschland geltende Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Da es in dem beliebten Urlaubsland nicht wie bei uns Sommer- und Winterzeit gibt, muss man im Sommer zwei Stunden addieren, um zu wissen, wie spät es gerade in Deutschland ist.

Als nördlichstes Land Afrikas ist Tunesien nur etwa 140 Kilometer von Sizilien entfernt und besitzt eine knapp 1300 Kilometer lange Mittelmeerküste, die zum Baden, Sonnen und zu zahlreichen Wassersportarten einlädt.

Arabischer Frühling und aktuelle Sicherheitslage

Aufgrund von hoher Arbeitslosigkeit, gestiegenen Lebensmittelpreisen, weit verbreiteter Korruption und mangelnder Zukunftsperspektiven vor allem für die jüngere Generation kam es 2010 zu landesweiten Protesten gegen die damalige Regierung um Präsident Ben Ali, die in einer Revolution – auch als Arabischer Frühling bekannt – gipfelte.

Nach wochenlangen Unruhen, die das damalige Regime durch Polizeigewalt und Zensur vergebens unter Kontrolle zu bringen versuchte, verließ Staatsoberhaupt Ben Ali im Januar 2011 fluchtartig das Land und der Ausnahmezustand wurde verhängt. Im Anschluss wurde eine Übergangsregierung eingesetzt und eine Verfassungsänderung mit anschließenden Neuwahlen angekündigt. Diese verzögerten sich allerdings bis ins Jahr 2014.

Nach den vom Westen weitestgehend positiv aufgenommenen freien Parlamentswahlen 2014 hat sich die allgemeine Lage im nordafrikanischen Land wieder stabilisiert. Dennoch bleibt die Sicherheitslage in Tunesien zum Teil angespannt. Hintergrund ist ein Erstarken des fundamentalistischen Islamismus, dessen Ausbreitung vom autokratischen Ben-Ali-Regime bis 2011 unterbunden wurde.

Seit dem Ende der tunesischen Revolution hat die Anzahl der islamischen Fundamentalisten jedoch deutlich zugenommen und die Sicherheitslage im Land ist recht zwiegespalten. In den westlicher geprägten und reicheren Touristengebieten ist die Lage aufgrund ausgeweiteter Sicherheitsmaßnahmen relativ stabil und sicher. Dennoch kann es auch in den Tourismuszentren trotz erhöhter Polizeipräsenz zu Kriminalität und einzelnen Unruhen kommen. Auch Anschläge durch Einzeltäter sind grundsätzlich möglich. Menschenmengen und Proteste sollten deshalb gemieden werden.

Abseits der Touristenregionen ist die Lage deutlich unsicherer. Besonders in den Grenzregionen zu Algerien und Libyen ist die Gefahr von Terrorismus und politisch motivierten Entführungen sehr hoch. Dort ist mit einer erhöhten Militärpräsenz und bewaffneten Auseinandersetzungen zu rechnen. Das Auswärtige Amt warnt besonders vor Individualreisen in diese Gegenden und mahnt zu allgemeiner Vorsicht. Ausflüge sollten nur in Gruppen stattfinden und die aktuelle Lage vor Ort und entsprechende Hinweise strengstens beachtet werden.

Benimmregeln – Was muss man beachten?

Wer in ein ihm fremdes Land reist, sollte die dortige Kultur respektieren und sich bereits vor der Abreise damit auseinandersetzen, welche Benimmregeln es hier gibt. Da Tunesien ein islamisch geprägtes Land ist, ist zum Beispiel FKK nirgendwo offiziell erlaubt. Mitunter wird es lediglich in manchen Touristengebieten toleriert. Hier sollte man sich also lieber vor Ort genauer informieren, bevor man einfach so blank zieht und die Bevölkerung verärgert.

Allgemein ist es besonders als Frau wichtig, sich niemals zu offenherzig zu kleiden. Dies gilt besonders für den Besuch einer Moschee. Je tiefer man in traditionsbewusste Bergdörfer und Täler abseits der Touristenregionen vordringt, umso strenger sind die Kleidungsregeln. An diese sollte man sich auch unbedingt halten, um Ärger zu vermeiden.

Wie in den meisten islamischen Ländern, prägt der Islam auch das alltägliche Leben. Aus diesem Grund spielt auch der Ramadan eine zentrale Rolle. Während dieser heiligen Zeit müssen auch Touristen mit gewissen Einschränkungen rechnen. Beispielsweise ist der Verkauf von Alkohol während des Ramadans üblicherweise auf Hotels und Bars beschränkt. Während des Ramadans sollte auch besonders auf die lokalen Traditionen geachtet werden. Dass Touristen ebenfalls fasten wird hingegen nicht erwartet.

Einkaufen – Was muss man beachten?

Um in Tunesien einkaufen zu können, muss man zunächst Geld wechseln. Das geht in allen Banken sowie in vielen Hotels und auf Postämtern. Auf der Straße Tunesiens ist Geldumtausch hingegen verboten, ebenso wie die Einfuhr von TND. Für das bargeldlose Einkaufen kann man Karten mit dem Maestro- oder Cirrus-Symbol einsetzen. Außerdem kann man in großen Städten und Touristengegenden an Bankautomaten Bargeld in der Landeswährung abheben.

Kreditkarten werden in größeren Hotels und Geschäften in Touristengegenden akzeptiert, in Duty-free-Shops dagegen kann man nur mit Kreditkarten oder Devisen bezahlen. Darauf einstellen, dass man mit Euro- und Travellerschecks einkaufen gehen kann, sollte man sich nicht. Denn diese werden nur in Banken akzeptiert. Die Öffnungszeiten der Banken liegen im Winter Montag bis Freitag bei 8 bis 16 Uhr, im Sommer bei 7:30 Uhr bis 13 Uhr.

Kaufen kann man in Tunesien Kupferwaren, Gegenstände aus Olivenholz, Lederwaren, traditionelle Kleidung (Kaftan, Djelaba, Burnus), Folklorepuppen, Stickereien, Kacheln, Silberwaren, emaillierten Schmuck sowie Teppiche und Töpferwaren. Üblicherweise haben die Geschäfte im Sommer von 8 bis 12 sowie von 16 bis 19 Uhr geöffnet, im Winter von 9 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr. An bestimmten Wochentagen gibt es in den Medinas der Städte sowie in den Dörfern Märkte, die von der einheimischen Bevölkerung als Souks bezeichnet werden. Auf diesen findet man Produkte der Region. Kauft man in Tunesien Waren im Wert von mehr als fünf TND, sollte man sich eine Quittung ausstellen lassen, um diese bei der Ausreise auf Verlangen vorzeigen zu können.

Trinkgeld wird in Tunesien selbst für kleinste und für nicht erwünschte Dienstleistungen erwartet. In Restaurants, beim Friseur und in Taxen sollte man etwa zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld geben. Keine Empfehlungen gibt es dahingegen, was Trinkgeld für Zimmermädchen und andere Dienstleister anbelangt. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass der durchschnittliche Mindeststundenlohn in Tunesien bei umgerechnet 0,80 Euro liegt. Deshalb sollte man hier nicht allzu geizig sein.

Infrastruktur und Verkehr

Das Straßennetz von Tunesien erstreckt sich über fast 19.000 Kilometer, wovon knapp 12.500 Kilometer befestigte Straßen sind. Besonders gut ausgebaut ist das Netz im touristisch erschlossenen Norden Tunesiens. Wer mit dem Auto reist, wird sich über die günstigen Kraftstoffpreise freuen. Hat man eine Panne, erhält man kostenlos Hilfe durch die Nationalgarde. In Städten gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde, auf Landstraßen sind 90 Kilometer pro Stunde, auf Schnellstraßen 110 Kilometer pro Stunde erlaubt. Mietwagen gibt es in den jeweiligen Fremdenverkehrsbüros oder aber in Hotels.

Auf einer Strecke von 2145 Kilometer verkehren in dem islamisch angehauchten Land Eisenbahnen, die an 200 Bahnhöfen halten. Hauptsächlich in den vom Tourismus erschlossenen Gegenden findet man ein gutes Netz an Nahverkehrszügen. Möchte man in einem klimatisierten Zugreisen, muss man hierfür einen Zuschlag bezahlen. Üblich für tunesische Züge sind drei Klassen – die Grand-Comfort-Klasse, die 1. und die 2. Klasse. Besonders gut mit der Bahn erreichen kann man die Ferienorte Sousse, Hammamet, Monastir, Mahdia, sowie Gabès, Moknine und Nabeul.

In Tunesien kann man sich auch per Schiff fortbewegen, die größten Häfen des Landes findet man in La Goulette, Tunis, Bizerte, Sousse, Sfax und Gabès. Zweimal täglich kann man von Sfax aus auf die Kerkennah-Inseln fahren, Schiffe von Djorf zur Insel Djerba verkehren mehrmals täglich.

Möchte man sich in Tunesien mit dem Flugzeug fortbewegen, darf man sich über günstige Preise freuen. Allerdings sind Flüge deshalb oftmals auch ausgebucht, weshalb man an eine Vorausbuchung denken sollte. Gute Linienflugverbindungen gibt es von Tunis nach Sfax, Djerba, Tozeur (Sahara), Gafsa, Tabarka und Gabes. Insgesamt gibt es in Tunesien 30 Flughäfen, wobei die in Tunis, Monastir und Djerba die wichtigsten sind.

Eine ebenfalls beliebte Fortbewegungsweise sind Langstreckentaxis, die Louages genannt werden und bis zu fünf Fahrgäste transportieren dürfen. Erkennen kann man sie an ihrer weißen Farbe mit roten Streifen. Pro Person gibt es einen Festpreis, der denen in Bus und Bahn ähnelt, und man kann zu jedem gewünschten Reiseziel gelangen.

Kommunikation – Internet, Post und Telefon

Möchte man seinen Liebsten Zuhause Post aus Tunesien schicken, sollte man beachten, dass Luftpost nach Europa etwa drei bis fünf Tage benötigt. In den meisten Postämtern gibt es einen speziellen Schalter für Post lagernde Sendungen. Geöffnet hat die Post im Sommer Montag bis Samstag von 8 bis 13 Uhr, im Winter Montag bis Freitag von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, am Samstag von 8 bis 12 Uhr. Während des Ramadan öffnen Postämter Montag bis Samstag von 8 bis 15 Uhr.

Grüße an die Daheimgebliebenen kann man auch per Internet vermitteln. In den größeren Städten, darunter Tunis, Sousse und Nabeul, gibt es viele Internetcafés, wo man gegen Gebühr Zugang zum Internet bekommt.

Bei Telefonaten nach Deutschland muss die 0049 plus die reguläre Telefonnummer ohne „0“ gewählt werden. Für Anrufe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Tunesien gilt die Vorwahl 00216. In den großen Städten, Hotels und Postämtern kann man auch Faxe aufgeben.

Auch das kleine europäische Land Zypern ist immer eine Reise wert.